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Nach Ende des Krieges beschränkten
sich Abi-Feierlichkeiten auf streng formale Zeugnisübergaben
und andächtiges Tafeln im Kreis der Familie. Weitgehend
unspektakulär entließen Schulen so Jahr um Jahr ihre
Abiturienten ins Erwachsenenleben. Kein Wunder daher, dass kaum
einer, der zwischen 1950 und Mitte der 1960er Jahre sein Abi
gemacht hat, von Details oder Außergewöhnlichem zu
berichten weiß. Noch schlimmer war es um die Abi-Feierlichkeiten
zur Zeit der wilden 1968er bestellt: Die wollten zwar ausgiebig
feiern, aber bitte nicht im muffigen Einerlei der autoritären
Institution Schule.
In jüngster Zeit, seit etwa 1980,
haben die Schüler ihr Recht auf Abi-Party nicht nur zurückerobert,
sondern es geradezu ins Gigantomanische gesteigert. Jeder Abiturjahrgang
ver-sucht, die Vorgänger zu übertreffen und die Konkurrenz
anderer Schulen zu übertrumpfen. „Alle Rekorde brechen!“
ist das Motto, und Rekorde gibt es in den Disziplinen Barrikaden,
Streiche, Feten, Bälle, Shows reichlich zu vergeben. Abitur
im neuen Jahrtausend, das ist keine schnöde Lehrplangeselligkeit,
nein, das ist ein beinhart organisiertes, schrilles Event der
Superlative. |
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