Das Abitur hat einen Geburtstag und sein Vater ist der König von Preußen. Der entschied nämlich anno 1788, dass eine einheitliche Entlassungsprüfung an höheren Schulen den Zugang zu den Universitäten Preußens regeln solle. Das preußische Reformmodell namens „Abitur“ wurde schon bald zum Exportschlager. Zug um Zug kopierten andere deutsche Staaten die Reifeprüfung, bis es 1871 im gesamten Deutschen Reich hieß: „Studiert wird nur noch mit Abi!“ Soviel zum offiziellen, trockenen Teil.

Wer aber war der erste Abiturient, der nicht nur in der einen sein Zeugnispapier, sondern in der andern Hand den Bierseidel schwenkte? Weil es damals noch keine ARL-Experten gab, die mit der Erforschung der jugendlichen Alltagskultur ihr Geld verdienten, können wir heute nur spekulieren. Es ist aber recht wahrscheinlich, dass bereits der aller erste Abiturient überhaupt die bestandene Reifeprüfung als Anlass zum Feiern nahm. Damit wären die Abi-Feierlichkeiten so alt wie das Abitur selbst.

Und obwohl die Quellenlage äußert dünn ist, erscheint diese These doch immerhin recht plausibel: Denn zum einen nutzte der Mensch schon immer gerne jede Gelegenheit, sich nach getaner Arbeit mit einem guten Schluck in geselliger Runde für seine Mühen zu belohnen.



Abi anno dazumal.











Einen ausführlichen Bericht über die Historie des Abiturs gibt es hier zum »download